Themenreport zur ökonomischen Bedeutung des Sports veröffentlicht

Die Sportwirtschaft als Querschnittsbranche setzt sich aus einer Vielzahl von Wirtschaftszweigen bzw. Teilen dieser Wirtschaftszweige zusammen, weswegen Umsatz-, Beschäftigungs- und Wertschöpfungsbeiträge nicht direkt aus der amtlichen Statistik abgeleitet werden können.

Durch die Erstellung von Satellitenkonten zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bietet die Wirtschaftsstatistik aber ein etabliertes Verfahren zur nachvollziehbaren Ermittlung der direkten ökonomischen Bedeutung von Querschnittsaktivitäten. Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) von der GWS mbH ein Satellitenkonto für den Sport (SSK) entwickelt.

Der GWS Themenreport 13/2 gibt einen ersten Überblick über die Berechnungen. Es zeigt sich, dass im Jahr 2008 in Deutschland durch direkt mit dem Sport verbundene Produktionsaktivitäten ein Beitrag von ca. 3,3 % zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung in Höhe von 2.217 Mrd. EUR geleistet wurde. Damit generiert die aufgrund von Sportaktivitäten direkt in einer Vielzahl von Branchen ausgelöste Güternachfrage einen ähnlich hohen Wertschöpfungsbeitrag wie der deutsche Fahrzeugbau.

Positiv stimmt, dass die Talsohle nach dem Übernachtungsrückgang um nahezu 90 % im Monat April (-89 % ingesamt, -93 % Auslandsgäste) durchschritten sein dürfte. Im Mai 2020 war der Rückgang im Vergleich zum Mai 2019 mit -75 % immer noch stark, es gibt aber deutliche Anzeichen der Erholung mit Wiedereröffnung der Betriebe ab der zweiten Maihälfte. Für den Sommer liegen zwar noch keine Zahlen aus der amtlichen Statistik vor, aktuelle Umfragen berichten jedoch von einer sehr hohen Belegungsquote gerade in den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee, aber auch in den süddeutschen Regionen. Dennoch dürfte der entgangene Umsatz aus der nicht nachholbaren Osterferien- und Frühjahrssaison bis zum Jahresende nicht aufzuholen sein. Für das gesamte Jahr 2020 sind folglich Übernachtungs- und Umsatzrückgänge im höheren, zweistelligen Bereich zu erwarten.

Die Bundesländer sind unterschiedlich stark betroffen. Besonders hart trifft es die Großstädte, die in den letzten Jahren vom boomenden Städtetourismus und einer stetig wachsenden Zahl von Gästen aus dem Ausland profitierten. Die Übernachtungsrückgänge in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg waren entsprechend mit -55 % bzw. -52 % insgesamt sowie jeweils -60 % bei Auslandsgästen mit am höchsten. Auch im Juni und Juli bleiben die Belegungsquoten in den Großstädten mit unter einem Viertel etwa in Berlin äußerst gering. Mit weiterhin sehr gedämpften Aussichten gerade im Geschäfts- und Auslandsreisesektor sind die Hotelliers in den Metropolen am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen.

Die Bundesländer mit den beliebtesten Ferienregionen in Deutschland mussten im Frühjahr ebenfalls hohe Übernachtungsrückgänge hinnehmen. Überproportional stark waren Mecklenburg-Vorpommern mit -54 %, Niedersachsen (-51 %) und Schleswig-Holstein (-50 %) im Norden, aber auch die süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg (je -49 %) mit ihren Tourismusregionen in den Bergen und an den Seen betroffen, zumal der Lockdown für die Hotellerie hier etwa zwei Wochen länger dauerte als im übrigen Bundesgebiet. Diese tourismusintensiven Bundesländer profitieren allerdings in den Sommermonaten wie erwähnt vom Boom des Deutschlandtourismus angesichts der anhaltenden Pandemie.

Weitere Beiträge der Serie „Zahl des Monats“ finden Sie hier.

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