Unsere Zahl des Monats 01/2018: Die GWS erwartet 2018 ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,75 und 2,00[nbsp]%

Das Jahr 2017 wird mit geschätzten 2,20 % des preisbereinigten Inlandsproduktes noch über dem oberen Rand der vor einem Jahr veröffentlichten Spannbreite der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung abschließen. Auch 2017 war vor allem der immer noch sehr hohe inländische Konsum für das starke Wachstum verantwortlich – sowohl getrieben von der privaten, aber auch von der öffentlichen Nachfrage. Zusätzlich stieg der Wachstumsbeitrag der Anlageinvestitionen – darunter vor allem die der Bauinvestitionen – und auch der Außenbeitrag wirkte nicht mehr bremsend.

Viele Herausforderungen haben sich im Lauf des Jahres 2017 entschärft: Die Wahlen in Frankreich und in den Niederlanden gingen „glimpflich“ aus, viele Ankündigungen des US-Präsidenten haben sich – zumindest bislang – als “viel Lärm um nichts” herausgestellt und die BREXIT-Verhandlungen gestalteten sich zwar schwierig, dennoch konnte der erste Schock gut überwunden werden. Lediglich die Bundestagswahl in Deutschland hinterlässt eine unbefriedigende Situation angesichts der in das Jahr 2018 verschobenen Phase der Regierungsbildung.

Diese Phase der geschäftsführenden Regierungszeit in Deutschland wird 2018 prägen. Die Fragen, wie lange sie anhält, welche Regierungskonstellation am Ende zustande kommt, oder ob gar Neuwahlen anstehen, werden das politische Deutschland zwar in Atem halten, konkrete wirtschaftliche Auswirkungen sind hiervon derzeit jedoch nicht zu erwarten. Allerdings werden durch die Geschäftsführungsfunktion der Regierung wichtige Teilprojekte möglicherweise nicht ausreichend gut begleitet, wie bspw. die Digitalisierung der Wirtschaft, die Transformation in der Automobilbranche oder die Vertiefung der europäischen Integration, wie sie von dem französischen Präsidenten Macron angetrieben wird. Auch die BREXIT-Verhandlungen werden 2018 weitergeführt. Insbesondere werden dann Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufgenommen, die wirtschaftlich für viele Unternehmen in Deutschland entscheidend sein dürften.

{{image::files/motive/Zahl_des_Monats/Januar/Zahl des Monats_Jan 2018.png?mode=proportional[&]rel=}}

2018 wird demnach in vielerlei Hinsicht wieder ein spannendes Jahr werden, welches die GWS positiv erwartet. Die Bandbreite des BIP-Wachstums wird wie im letzten Jahr zwischen 1,75 % und 2,00 % gesehen, was eine leichte Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im Vergleich zu 2017 bedeutet. Damit setzt sich die überdurchschnittlich starke Entwicklung in Deutschland jedoch fort – seit 2014 liegt das Wachstum um 2 %. Ausschlaggebend für diese weiterhin positive Einschätzung ist die immer noch gute, wenn auch etwas langsamer steigende Inlandsnachfrage. Der obere Rand wird u. a. durch den positiven Finanzierungssaldo des Staates definiert, der ihm den nötigen Investitionsspielraum bietet. Die sehr dynamisch anziehenden Auftragseingänge bei Investitions- und Vorleistungsgütern deuten auf eine starke Investitionstätigkeit hin. Die Entwicklung des Welthandels und v. a. die sehr gute Positionierung Europas wird die deutsche Exporttätigkeit stimulieren – allerdings leicht abgebremst durch eine ebenfalls anziehende Importnachfrage.

Das Jahr 2018 wird weiterhin von den Themen demografische Entwicklung, Digitalisierung und Welthandel in unterschiedlichster Form geprägt sein. Themenfelder, zu denen sich die GWS auch in diesem Jahr in verschiedenen Projekten, Publikationen und auf unterschiedlichen Konferenzen äußern wird.

Weitere Zahlen des Monats finden Sie hier.

Neue Themenreports, aktuelle Entwicklungen oder laufende Projekte – hier erfahren Sie es aus erster Hand