Unsere Zahl des Monats 07/2019: Chiles Bedeutung für die E-Mobilität

Um den Bedingungen der Nachhaltigkeit zu genügen, wird die Mobilität der Zukunft klima- und umweltfreundlich sein müssen. Für den Verkehrssektor ist die Elektromobilität gegenwärtig das Mittel zum Zweck. Der Wandel hin zu einer elektrifizierten Mobilität wirkt sich aber nicht nur auf einen geringeren Brennstoffverbrauch aus, sondern wird auch massive Auswirkungen auf die Nachfrage und den Bedarf von NE-Metallen haben – darunter insbesondere auf die Batteriemetalle Kupfer, Nickel oder Lithium.
Laut Einschätzungen der International Copper Association (ICA) benötigt ein Elektroauto zwischen 40 und 80 kg Kupfer und damit 20 bis 60 kg mehr als ein herkömmlicher Verbrenner. Dieser Mehrbedarf an Kupfer bedingt entweder eine höhere Förderung von Kupfererzen oder eine höhere Recyclingquote.
Das größte Extraktionsland von Kupfer ist Chile. Dort wurden im Jahr 2017 550 Mio. Tonnen an Kupfer gefördert (Anteil an der weltweiten Fördermenge: 28 %). Zu den größten Kupferminen der Welt zählt das im Norden Chiles gelegene Chuquicamata.
Die hohe Bedeutung der chilenischen Kupferförderung für die Abdeckung des weltweiten Kupferbedarfes spiegelt sich auch in ihrer Bedeutung für die chilenische Wirtschaft wider: Mit rund 11 % dominiert der Kupferbergbau die heimische Wertschöpfung. Der Export wird zu 45 % von Kupferexporten bestimmt. Die bedeutendsten Abnehmer chilenischen Kupfers sind zu je rd. 30 % China und Japan, gefolgt von Indien und Korea.

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Die Abhängigkeit Chiles von seiner Kupferförderung ist somit hoch und wird angesichts der weltweiten Elektromobilitätsoffensiven voraussichtlich weiter zunehmen. Diese Entwicklung erhöht einerseits Chiles (wirtschaftliche) Abhängigkeit von diesem Rohstoff, andererseits ergeben sich dadurch zusätzliche Wachstumschancen.
Zusammen mit der Universidad Adolfo Ibañez in Viña del Mar, Chile, bearbeitet die GWS einen BMBF-Forschungsauftrag zur Nachhaltigkeit des Kupferbergbaus in Chile, in dem genau diese wirtschaftlichen Abhängigkeiten thematisiert werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite www.coforce.cl und unter https://www.gws-os.com/de/index.php/wirtschaft-soziales/projekte/projektdetailseite/cu_cl.html.

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