Unsere Zahl des Monats zu Weihnachten 2020: Passantenfrequenz in Osnabrück zu Weihnachten

Ein bewegtes Jahr 2020 geht allmählich zu Ende und Weihnachten steht vor der Tür – allen Widrigkeiten zum Trotz. Nach dem Lockdown im Frühjahr dieses Jahres haben die Innenstädte in der Weihnachtssaison erneut mit besonderen Herausforderungen umzugehen. Dem „Teil-Lockdown“ von Ende Oktober, der vielerorts zu einer generellen Maskenpflicht, Regulierung der Kundenzahl innerhalb von Geschäften, einer Schließung von Gaststätten sowie einer Absage von Weihnachtsmärkten führte, schließt sich seit dem 16. Dezember ein „harter Lockdown“ an. Dies bedeutet für den Einzelhandel eine erneute komplette Schließung. Auch betroffen sind neben Bekleidungsgeschäften unter anderem Anbieter sogenannter körpernaher Dienstleistungen. Ausnahmen bilden hier u. a. der Einzelhandel- sowie Wochenmärkte für Lebensmittel. Für den Bummel durch die Innenstädte gibt es seither also nur noch wenig Anlässe.

Wie sehr sich die Zahl der Passantenfrequenzen verändert, wird vielerorts automatisiert gemessen. Lasergestützte Scanner sind an ausgewählten Hausfassaden im Bereich der Fußgängerzonen angebracht und registrieren Personenbewegungen in den Fußgängerbereichen und Durchgängen. Der Datenanbieter hystreet.com veröffentlicht aktuell die Passantenfrequenzen von 134 Standorten in 63 Städten Deutschlands. Für die Zahl des Monats wurde der Scanner „Osnabrück – Große Straße (Mitte)“ ausgewertet, der im Zentrum der wichtigsten Osnabrücker Einkaufsstraße verortet ist.

Die Grafik zeigt den Vergleich der diesjährigen registrierten Passantenfrequenzen in Osnabrück mit denen des Vorjahres. Da es in den Innenstädten einen hohen Wochentagseffekt gibt, wurden die Vergleichsdaten aus dem Jahr 2019 entsprechend verschoben. Beispielsweise fiel der zweite Adventssonntag 2020 auf den 6. Dezember und 2019 auf den 8. Dezember. Für die Wochen bis zum dritten Advent – also vor dem „harten Lockdown“ – zeigt sich, dass die Passantenfrequenzen erwartungsgemäß generell niedriger liegen als im Jahr 2019. Innerhalb einer Woche wurde sonntags der Tiefststand erreicht. Nach vergleichbaren Werten an den Werktagen erfolgte samstags der Höchststand. An diesen (aus Shopping-Sicht) wichtigen Adventssamstagen können 2020 nicht die Frequenzen des Vorjahres erreicht werden. Liegen die Abweichungen werktags noch bei 48 %, erreichen sie an den Adventssamstagen über 60 %. Die höchste Passantenfrequenz in der Adventszeit 2020 wurde am Samstag vor dem 3. Advent erreicht, dicht gefolgt vom „Black Friday“ – einem Tag ohne direkten Bezug zu Weihnachten. In der Woche nach dem dritten Advent, wurde die höchste Passantenfrequenz an einem Montag erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass ab Mitte der betreffenden Woche ein „harter Lockdown“ in Kraft treten würde. Infolgedessen liegen die an den Wochentagen nach dem 16. Dezember gemessenen Passantenfrequenzen zwischen 80 und 84 % unterhalb des Vorjahresniveaus. Am Samstag vor dem 4. Advent wurde mit einem Rückgang von 88 % der gemessenen Passanten im Vergleich zum Vorjahr der stärkste Rückgang verzeichnet.

Die Einzelhandelsumsätze sind glücklicherweise nicht direkt an die Passantenfrequenz gekoppelt. Viele Shopper kauften im Jahr 2020 gezielter ein, wodurch sich der durchschnittliche Einkaufsbon (gekaufte Ware pro Einkauf) in den Innenstädten erhöht haben dürfte.

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