Unsere Zahl des Monats 11/2020: Osnabrück auf Platz 8 im Smart-City-Ranking – wie steht es um die IKT-Kompetenz?

Nur 2 % mit IKT-Beruf in Osnabrück

Jüngst ist der Smart-City-Index der Bitkom für das Jahr 2020 erschienen, mit dem Ziel, zu zeigen, wie digital Deutschlands Städte sind. Es fließen 38 Indikatoren aus den Themenbereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität und Gesellschaft ein. Pilotprojekte, in denen Smart-City-Lösungen erprobt werden, nehmen einen großen Stellenwert im Index ein, bspw. City-Apps, die den lokalen Verkehrsfluss steuern oder den E-Commerce des Einzelhandels vor Ort stützen. Projekte dieser Art bedürfen einer hohen IKT-Kompetenz und entsprechend weisen Städte, die in den Top Ten stehen, häufig einen überdurchschnittlichen Beschäftigtenbesatz in den IKT-Berufen (rechte Spalte) auf, wie eine Auswertung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung der GWS ergibt. In München (Platz 2) üben knapp 7 % der Beschäftigten einen IKT-Beruf aus, in Karlsruhe (Platz 5) fast 8 % und in Heidelberg (Platz 10) nahezu ein Zehntel. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 2,7 %.

Die Stadt Osnabrück liegt mit Projekten rund um die Digitalisierung der Verwaltung und des Verkehrs auf Rang 8 des Bitkom-Index. Dass die Stadt künstliche Intelligenz bei der Rechnungsverteilung nutzt und eine Plattform für digitale Bürgerbeteiligung plant, fällt positiv ins Gewicht. Die hohe Platzierung ist bemerkenswert, denn nur knapp 2 % der Beschäftigten in der Stadt arbeiten in IKT-Berufen, was viel Potenzial nach oben lässt. Insofern wird Osnabrück zumindest in Teilen auf eingekaufte IKT-Expertise von außerhalb angewiesen sein. Den übrigen Städten wird es angesichts ihrer Digitalkompetenz um einiges leichter fallen, zu den Smart-City-Leuchttürmen Europas aufzusteigen.

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