Weinbaukulturlandschaften auf Kreisebene – räumliche Konzentration und regionale Wirkung
Dass es eine deutliche räumliche Häufung von Winzerinnen und Winzern in den klassischen 13 deutschen Weinanbaugebieten – insbesondere im Südwesten – gibt, bestätigt die untenstehende Karte für das Jahr 2026. Sie zeigt die Anzahl der Winzerinnen und Winzer je Kreis. Die hohe Dichte in diesen Kreisen verweist auf historisch gewachsene Produktionsstrukturen, spezialisierte Arbeitsmärkte und eng verflochtene regionale Wertschöpfungssysteme.
Diese Konzentration ist nicht nur ein agrarstrukturelles Phänomen, sondern sie nimmt auch einen erheblichen regionalökonomischen Einfluss. In stark ausgeprägten Weinbaukreisen beeinflusst der Sektor die Beschäftigung, Einkommensstrukturen, die touristische Nachfrage, den Einzelhandel und kommunale Einnahmen.
Die nördlichen und nordöstlichen Standorte sind solche, in denen Weinbauprojekte neu entstehen oder als Diversifizierung bestehender landwirtschaftlicher Betriebe aufgebaut werden. Diese Entwicklungen markieren Anpassungsprozesse, erreichen jedoch bislang nicht die strukturelle Dichte der etablierten Anbauregionen.
Die kreisscharfe Darstellung ist für unsere Arbeit zentral. In zahlreichen Projekten modellieren wir die sozioökonomische Entwicklung genau dieser Kreise – auf Basis von Daten zu Beschäftigung, Einkommen, Branchenstruktur, Demografie, Tourismus und landwirtschaftlichen Betriebsentwicklungen. Dadurch lassen sich die Verflechtungen der Kulturlandschaften quantifizieren und ihre wirtschaftliche Bedeutung differenziert bewerten. Somit ist die Karte nicht nur eine Visualisierung des Weinbaus, sondern sie zeigt, wo Kulturlandschaft wirtschaftliche Stabilität trägt und wo sich neue Dynamiken entwickeln.

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