Unsere Zahl des Monats: Höhere Schutzquoten und schnellere Asylverfahren für Asylbewerber

Mit der berechneten Schutzquote* von 46% wird nahezu die Hälfte der 2015 nach Deutschland eingereisten Asylbewerber zumindest vorerst hier bleiben dürfen. Für die einzelnen Flüchtlinge sind die Chancen, Schutz zu erhalten jedoch sehr unterschiedlich: Je nach Herkunft liegen sie beispielweise bei fast 100% - wie im Fall der Syrer - und für Albaner lediglich bei 3%. Die Erklärung der Westbalkanländer zu sicheren Herkunftsländern zeigt mit aktuell rückläufigen Flüchtlingszahlen aus den dortigen Ländern bereits Wirkung. Sollte diese Entwicklung auch 2016 anhalten, wird sich die Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern reduzieren. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Schutzquote mit dem höheren Anteil von u.a. Syrern und Irakern unter den Asylbewerbern auf 57% an. Trotz der 2016 nahezu gleichbleibenden Zahl der neu anerkannten Asylbewerber, besteht somit die Aussicht, dass Asylverfahren im Schnitt schneller werden, da insgesamt weniger Anträge bearbeitet werden müssen und die Eindeutigkeit – in den Fällen der vom Balkan stammenden Antragssteller – die Verfahren erleichtert.

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*) Schutzquote: Anteil aller Asylanerkennungen, Gewährungen von Flüchtlingsschutz und Feststellungen von Abschiebeverboten an der Gesamtzahl der Asylentscheidungen. In dieser Grafik wird die bereinigte Schutzquote verwendet, die von der Gesamtzahl der Entscheidungen diejenigen abzieht, die in sogenannten "formellen Verfahren" (wenn z. B. ein anderes Land zuständig ist oder der Antrag sich auf sonstige Weise erübrigt) enden.

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