Unsere Zahl des Monats 08/2018: Veränderung der Erwerbspersonenzahl nach Kreistyp und Geschlecht

Bereits heute beschränken Arbeitskräfteengpässe die wirtschaftliche Entwicklung in Teilen der Volkswirtschaft. Da die Thematik des knappen Arbeitskräfteangebots vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem bevorstehenden Austritt der „Baby Boomer“ aus dem Arbeitsmarkt weiter an Relevanz gewinnen könnte, soll hier vorgestellt werden, wie sich das Arbeitskräfteangebot seit dem letzten Zensus (2011) entwickelt hat und ob für verschiedene Kreistypen und nach Geschlecht Unterschiede auszumachen sind.
Das Arbeitskräfteangebot kann mit der Erwerbspersonenzahl beschrieben werden. Erwerbspersonen sind all jene, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich in den letzten vier Wochen aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht haben und für diese kurzfristig zur Verfügung stehen. Von den jeweiligen Landesämtern können Angaben aus dem Mikrozensus zu den Erwerbspersonen für die 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland bezogen werden. Die Abbildung zeigt diese Veränderung der Erwerbspersonenzahl im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 unterteilt nach den vier Kreistypen des BBSR, die sich an der Bevölkerungsdichte des Kreises orientiert.

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Die Werte geben das Wachstum der Erwerbspersonenzahl je Kreistyp im genannten Zeitraum an. In jedem der vier Aggregate nach Kreistyp ist die Erwerbspersonenzahl stärker gestiegen als die bundesweite Bevölkerungszahl im gleichen Zeitraum (2,3 %). Während die Anstiege in ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen (3,1 % insgesamt; 0,8 % p. a.) und in städtischen Kreisen (3,9 % insgesamt; 1 % p. a.) allerdings nur knapp bei 1 % p. a. liegen, sind sie in kreisfreien Großstädten doppelt so hoch (8,1 % insgesamt; 1 % p. a.). Das größte Wachstum der Erwerbspersonenzahl mit insgesamt 10,3 % oder 2,5 % p. a. verzeichnen aber dünn besiedelte ländliche Kreise. Für alle vier Kreistypen ist die positive Entwicklung zum größeren Teil durch das Wachstum der Zahl weiblicher Erwerbspersonen begründet. Der Anteil dieser an allen Erwerbspersonen liegt 2015 in den kreisfreien Großstädten bei 47 %; in allen anderen Kreistypen bei rund 46 %.
Neben dem insgesamt größeren Arbeitsangebot belegt die Untersuchung damit, dass insbesondere die Bedeutung der weiblichen Erwerbspersonen in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist und diese speziell in den ländlichen Regionen eine angebotsseitige Ausweitung des Arbeitsmarkts bewirkt haben. Auf der Angebotsseite zeichnet sich also vielerorts eine positive Entwicklung ab. Ob diese bereits ausreicht, um Engpässe zu vermeiden, lässt sich jedoch erst durch einen Abgleich mit der Nachfrage vor Ort beurteilen.

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