Unsere Zahl des Monats 07/2018: Wohnsituation von Mietern und Eigentümern nach Haushaltsgröße im Vergleich

Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ist eine Unterstützung für Familien in Bezug auf den Erwerb von Wohneigentum vereinbart – das sogenannte „Baukindergeld“. Für die Zuteilung einer Förderung wurden verschiedene Kriterien diskutiert, darunter auch die Größe der Wohnung. Um eine Förderung zu erhalten, ist eine Obergrenze von 120 qm für eine vierköpfige Familie angedacht worden. Auch wenn diese Idee letztlich fallengelassen wurde, ist es interessant, die Wohnungsgrößenverhältnisse in Deutschland – getrennt nach Eigentümern und Mietern – zu betrachten. Aufschluss geben die Ergebnisse der Zusatzerhebung des Mikrozensus für das Jahr 2014, welche Ende 2016 veröffentlicht wurden (Statistisches Bundesamt 2016).

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Die durchschnittliche Wohnfläche wächst erwartungsgemäß mit zunehmender Anzahl der Haushaltsmitglieder. So lebt ein Haushalt mit fünf und mehr Personen im Durchschnitt auf einer Wohnfläche von rund 130 m², während Alleinlebende im Schnitt gut 70 m² bewohnen. In der Abbildung wird ersichtlich, dass unabhängig von der Haushaltsgröße ein deutlicher Unterschied der durchschnittlichen Wohnfläche zwischen Eigentum und Miete besteht. Wohnen die Personen zur Miete, fällt die durchschnittliche Wohnfläche nach Haushaltsgröße deutlich kleiner aus als im Eigentum. Ein Haushalt mit vier Personen bewohnt zur Miete durchschnittlich 95 m²; Eigentümer im Schnitt knapp 140 m². Hierbei ist es sicherlich von Bedeutung, ob in städtischen Regionen mit eingeschränktem Flächenpotenzial mehr Mietswohnungen vorhanden sind, bzw. in ländlichen Regionen größer gebaut wird.

Auffällig ist zudem, dass die Eigentümerquote – d. h. der Anteil der Haushalte, die ein Eigenheim besitzen, an allen Haushalten der jeweiligen Haushaltsgröße – bei Vierpersonenhaushalten mit 64 % besonders hoch ist, während sie im Durchschnitt aller Haushaltsgrößen bei 45 % liegt. Ein Großteil der Haushalte, in denen vier Personen leben, besitzt also bereits ein Eigenheim.

Demnach würde eine Wohnfläche von 120 m² für einen durchschnittlichen zur Miete lebenden Vierpersonenhaushalt bereits eine Vergrößerung der Wohnsituation bedeuten. Allerdings liegen 120 m² noch deutlich unter dem Durchschnitt der Wohnfläche von Vierpersonenhaushalten mit Eigentum.

Weitere Zahlen des Monats finden Sie hier.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2016: Bauen und Wohnen – Mikrozensus – Zusatzerhebung 2014, Wiesbaden

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