Der Häusermarkt auf Entspannungskurs

Zahl des Monats 04/2026

30.03.2026

Die Bedingungen für den Hauskauf verbessern sich in Deutschland. Zwar steigen die Preise bundesweit wieder etwas (2025: +0,9 %), die Lohnentwicklung ist aber stärker, wodurch sich die sog. Erschwinglichkeit verbessert. Gestützt wird diese Entwicklung von der Stabilisierung des Zinsniveaus. Die geringen Bauaktivitäten können allerdings lokal noch zu einem spürbaren Nachfrageüberhang nach Wohnraum führen – mit der Folge starker lokaler Preisanstiege. 

Die höhere Erschwinglichkeit geht mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens im Jahr 2025 einher. Gemessen wird die Erschwinglichkeit einer Immobilie mittels der Preis-Einkommens-Relation (PER). Der Preis für den Kauf eines Hauses wird dabei ins Verhältnis zum durchschnittlichen Jahresbruttolohn gesetzt. Im vergangenen Jahr wendete ein:e Arbeitnehmer:in das 8,3-Fache eines durchschnittlichen Jahresbruttolohns auf, um ein bezugsfreies und freistehendes Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von rd. 125 qm auf einem ortsüblich großen Grundstück mit Garage zu erwerben. Seit dem Jahr 2012 stieg die PER kontinuierlich an, bis sie 2022 bei 10,7 Jahresbruttolöhnen lag. Seit 2023 entwickelten sich die Löhne mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate (DWR) von +4,4 % stärker als die Hauspreise mit einer DWR von -2,9 %, womit die Erschwinglichkeit wieder zunahm.

Thüringen und Bayern bilden weiterhin die jeweiligen Extreme in der Erschwinglichkeit 
Auf einer regionalen Ebene hat sich die Erschwinglichkeit insgesamt verbessert, wobei sich die Positionierung der Bundesländer untereinander kaum verändert hat: Bayern ist mit einer PER von 14,9 mit Abstand das teuerste Bundesland für Bezieher:innen eines bundeslandspezifischen Durchschnittslohnes und Thüringen mit einer PER von 4,9 das Bundesland mit der höchsten Erschwinglichkeit, gefolgt vom Saarland (5,5) und Bremen (5,9) (vgl. Karte). Dies geht in Thüringen mit dem bundesweit niedrigsten Preisniveau für Einfamilienhäuser mit den genannten Merkmalen einher. Im Freistaat Bayern muss mit rd. 755.000 Euro fast das Vierfache für ein vergleichbares Einfamilienhaus ausgegeben werden als im benachbarten Thüringen mit einem Durchschnittspreis von rd. 200.000 Euro. 



 

Es zeigt sich hiermit eine beachtliche Schere zwischen den Bedingungen in den einzelnen Bundesländern, Wohneigentum zu erwerben – die sich aber zuletzt wieder leicht geschlossen hat.

In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist die PER entgegen dem Bundestrend gestiegen. Das bedeutet, dass die Preise für Einfamilienhäuser mit den genannten Merkmalen weit stärker zugenommen haben als die Löhne. Die PER liegt in den Stadtstaaten aktuell bei 9,5 (Berlin) und 9,1 (Hamburg). In Brandenburg bewegt sie sich auf einem leicht unterdurchschnittlichen Niveau von 7,8 und in Mecklenburg-Vorpommern bei 8,6. 
 

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