Unsere Zahl des Monats 02/2017: Berge und Täler im Wohnungsbau

Anteil neu errichteter Wohnungen in Einfamilienhäusern sinkt auf 39 %

In Zeiten niedriger Zinsen erscheinen der Immobilienbau oder -kauf von Wohnungen für viele Menschen als finanziell sehr attraktiv. Niedrige Sparzinsen machen Immobilien zudem insbesondere in Städten zu sehr interessanten Anlageobjekten, in denen das Wohnungsangebot immer knapper wird. Unsere aktuelle Zahl des Monats verdeutlicht im Verlauf der letzten 20 Jahre „Berge und Täler“ im Segment des Wohnungsneubaus. Dabei muss konstatiert werden, dass sich die absolute Zahl der neu fertiggestellten Wohnungen mehr als halbiert hat. Während im Jahr 1997 insgesamt rund 0,5 Mio. Wohnungen fertiggestellt wurden, betrug das Neubauniveau zuletzt lediglich knapp 217 Tsd. Wohnungen. Das Jahr 1997 gleicht dabei einem Berggipfel, nach dem es in den Folgejahren kontinuierlich bergab geht. Das Platzen der „New-Economy-Blase“ führt zur Abkühlung der Wohnungsbautätigkeit und der Zeitraum 2002 bis 2006 bildet mit einer gewissen Seitwärtsbewegung gleichsam eine Art Talschulter. Anschließend schlittert die Baukonjunktur weiter ab und erreicht im Jahr 2009 den Talboden. Zeitgleich mit der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise wird die niedrigste Bautätigkeit des 20-jährigen Betrachtungszeitraumes verzeichnet. Lediglich 137 Tsd. neue Wohnungen werden errichtet. Seitdem geht es wieder bergauf.

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Quelle: Statistisches Bundesamt

Der zeitliche Verlauf eines Strukturmerkmals im Wohnungsneubau ist im Vergleich hierzu gegenläufig. Neue Wohnungen entstehen zwischen 1997 und 2004 zunehmend in Einfamilienhäusern. Im Jahr 1997 werden knapp 30 % aller neuen Wohnungen in Einfamilienhäusern (EFH) realisiert. Nach einem steilen Berghang wird der Gipfel im Jahr 2004 mit einem Wohnungsanteil von rund 58 % erreicht. Es folgt die Trendwende. Nach einem leichten und flachen Abstieg und einer gewissen Seitwärtsbewegung bis zum Jahr 2009 geht es bis heute recht schnell Richtung Tal (ohne Sichtkontakt zum Talboden). Der Anteil neuer Wohnungen in Einfamilienhäusern ist auf rund 39 % zurückgegangen – und dies entgegen zunehmender Bautätigkeit bei Einfamilienhäusern. Die Begründung liegt in der dynamisch steigenden Zahl an Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Vor dem Hintergrund des knappen Wohnungsbauangebotes in größeren Städten führt eine intensive Bautätigkeit bei Mehrfamilienhäusern zu einer Nachverdichtung des städtischen Raumes, erhöht die Fertigstellung der Wohnungen und lässt zugleich den Wohnungsanteil an den Einfamilienhäusern absinken. Professionelle Immobilieninvestoren verstärken diesen Trend zusätzlich.

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