Neue Beschäftigungsstudie zur Energiewende in Baden-Württemberg vorgestellt
Das Land Baden-Württemberg verfolgt ehrgeizige Klimaschutzziele – wie sich die damit verbundene Energiewende auf Beschäftigung und wirtschaftliche Strukturen im Land auswirkt, beleuchtet eine aktuelle Studie, die von der GWS gemeinsam mit Sustain Consult erstellt wurde. Vorgestellt am 25. Juli von Umweltministerin Thekla Walker und DGB-Landeschef Kai Burmeister, kombiniert die Analyse sektorale Betrachtungen, strukturökonomische Auswertungen, gesamtwirtschaftliche Modellierungen sowie qualitative Interviews mit regionalen Akteur:innen. Sie zeigt sowohl die technologischen und strukturellen Veränderungen als auch konkrete Beschäftigungseffekte auf und eröffnet damit einen differenzierten Blick auf die Herausforderungen und Chancen einer klimagerechten und wirtschaftlich tragfähigen Transformation in Baden-Württemberg.
Laut Studie ist in Baden-Württemberg bis 2030 ein Anstieg der Bruttobeschäftigung für die Energiewende von etwa 100 000 auf 138 000 Personen erwartbar. Es bestätigt sich, dass die Energiewende nicht nur Beschäftigung schafft, sondern auch Innovationen fördert, insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Da die strukturell zentralen Branchen Baden-Württembergs vergleichsweise geringe Energiekostenanteile aufweisen und energieintensive Branchen weniger stark vertreten sind, ist die Beschäftigung im Land weniger stark von Energiepreissteigerungen betroffen als andere Regionen.
Die Produktion von Klimaschutzgütern in Deutschland profitiert seit Jahren von der Energiewende und globalen Initiativen, was zu einem starken Wachstum auch während der Coronapandemie führte. Viele Unternehmen aus Baden-Württemberg sehen darin eine Chance für Produktinnovationen und den Technologiefortschritt, wobei ein starker Binnenmarkt die Exportchancen erhöht. Während die Bedeutung konventioneller Energietechnik abnimmt, könnten die vorhandenen Kompetenzen in Gaskraftwerken künftig für wasserstofffähige Anlagen genutzt werden.
Unsere Szenarien deuten auf insgesamt positive wirtschaftliche Impulse bis 2030 hin, wobei die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Industrie kritisch betrachtet werden muss. Baden-Württemberg kann somit profitieren, wenn klare industriepolitische Rahmenbedingungen gesetzt werden.
