Zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und den Auswirkungen einer Tariflohneinführung

Die Corona-Krise hat die Pflegebranche und die überlastete Arbeitssituation der Pflegenden ins Interesse der Allgemeinheit gerückt. Auch zuvor waren die Problemstellungen der Branche hinlänglich bekannt: Die Bevölkerung altert mit dem fortschreitenden demografischen Wandel und löst eine stetig wachsende Zahl an pflegebedürftigen Menschen aus. Gleichzeitig haftet den Pflegeberufen der Makel der Unattraktivität an und die Branche leidet unter entsprechendem Personalmangel.

Die Kurzmitteilung "Zukunft der Pflege in Deutschland" gibt zunächst einen Überblick über den erwarteten Anstieg der Pflegebedürftigkeit bis zum Jahr 2040 unter Berücksichtigung des Pflegebedürftigkeitsbegriff nach den Pflegestärkungsgesetzen.  Anschließend werden die Effekte analysiert, die sich mit einer Erhöhung der Löhne auf ein Tarifniveau ergeben würden: Wie steigen die Einkommen und wie würde sich die Beschäftigungshöhe in der Branche verändern?

Allein aufgrund des demografischen Wandels sind den Simulationsrechnungen zufolge bis 2030 rund eine halbe Million mehr Pflegebedürftige zu erwarten, bis 2040 sind es sogar mehr als eine Million zusätzliche Pflegebedürftige. Es gilt also, eine ausreichende Versorgung mit Pflegedienstleistungen sicherzustellen und die Pflegearbeit attraktiv zu gestalten. Die von der Regierung geplante Anpassung der Löhne an ein tarifliches Niveau kann dabei nur ein Baustein sein: Der Schritt würde zwar für leicht höhere Einkommens- und Konsummöglichkeiten sorgen, ein Interesse an verlängerten Arbeitszeiten oder ein neuer Personalzuwachs sind dadurch aber nicht erkennbar.

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