Internationales

Aufgrund der immer weiter zunehmenden internationalen Verflechtung sind viele Fragestellungen nur noch in einem internationalen Rahmen zu bearbeiten. Von Anfang an hat die GWS deshalb an internationalen Modellsystemen und den zugrunde liegenden Datensystemen gearbeitet. Schwerpunkt der Tätigkeit ist immer die Realwirtschaft gewesen.

Seit 1995 ist zunächst das System COMPASS und darauf aufbauend GINFORS entwickelt worden. GINFORS (Global Interindustry Forecasting System) ist ein zur Analyse internationaler und weltwirtschaftlicher Fragestellungen eingesetztes Modellsystem. Basierend auf einem einzigartigen Datensatz internationaler Statistiken, vor allem der OECD, der IEA und des IWF, verbindet es die ökonomisch bedeutsamen Länder über ihre Handelsströme. U.a. sind alle G-20-Staaten explizit abgebildet. Die Lösung aller Modellteile erfolgt simultan.

Das Modell wird derzeit für aktuelle Forschungsprojekte, vor allem im Bereich internationaler Energie- und Umweltfragen eingesetzt. Fragestellungen sind Wirkungen preispolitischer Instrumente wie Emissions- handelssysteme oder Steuern, die Analyse zunehmender Knappheiten und die Ermittlung von Indikator- systemen. Zugleich ist GINFORS zunehmend für international operierende Firmen und Institutionen ein Instrument, ihre einzelwirtschaftliche Position in der Weltwirtschaft an einem globalwirtschaftlichen Referenzsystem zu spiegeln.

Der internationale GINFORS-Datensatz zusammen mit der Erfahrung in nationalen Modellen macht eine Übertragung des Modellansatzes auf andere Länder vergleichsweise einfach. So sind in den letzten Jahren ganz unterschiedliche Fragestellungen modellgestützt beantwortet worden: für Japan, Pakistan, Litauen und Bulgarien und nicht zuletzt für Österreich, für das ein eigenständiges Modellsystem (e3.at) etabliert werden konnte.

Die GWS ist außerdem Mitglied im internationalen INFORUM-Verbund (Verlinken), in dem ähnlich aufgebaute Modelle für die wichtigsten Volkswirtschaften betrieben werden und unter Leitung der University of Maryland die Ländermodelle auch über ein bilaterales Handelsmodell verknüpft werden.
Auf Basis des GINFORS-Datensatzes ist in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit dem Sustainable Europe Research Institute, SERI, in Wien ein globales Zurechnungsinstrument, das Global Resource Accounting Model GRAM, entwickelt worden. Als multiregionales Input-Output-Modell kann es Konsumenten- verantwortung in einer globalen Wirtschaft sichtbar machen, etwa im Bereich carbon footprint oder bei der Bestimmung ökologischer Rucksäcke, die bis zur Ressourcenextraktion zurückreichen.

Grundlage für entsprechend komplexe Arbeiten ist ein tiefgehendes Verständnis für die zugrunde liegenden Datensysteme. So ist das EU-Forschungsprojekt EXIO-POL einer der derzeit ambitioniertesten Ansätze, einen globalen Datensatz mit großer sektoraler Differenzierung zu schaffen. Verschiedene Forschungsprojekte für Eurostat (TSA_EuroStat, Öko-Prodcom) sind eine wichtige Basis, um die Daten richtig einsetzen und interpretieren zu können.

Forschungsteam:

Bernd Meyer
Christian Lutz
Ulrike Lehr
Ingo Wolter
Mark Meyer
Thomas Drosdowski
Kirsten Wiebe