LÄNDER

Das LÄNDER-Modell wurde zur Analyse und Prognose des Strukturwandels auf der Ebene der 16 Bundesländer entwickelt. Es ist direkt mit dem gesamtdeutschen Modell INFORGE gekoppelt und regionalisiert konsistent die dort auf der sektoralen Ebene ermittelten Ergebnisse für Wertschöpfung und Beschäftigung. Die Fundierung der länderspezifischen Modelle erfolgt auf der Basis ökonometrischer Schätzansätze unter Nutzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder als ergänzende Datenbasis.

Modellstruktur

Dieses Modell lässt sich in einen sektoral disaggregierten Struktur- und in einen Makroblock gliedern. In der Strukturmodellierung werden die regionalen Arbeitsmärkte (Anzahl der Erwerbstätigen und Arbeitnehmer), die Bruttowertschöpfung sowie Indikatoren der Lohn- und Gehaltsentwicklung abgebildet. Dies geschieht auf Ebene der Wirtschaftsbereiche. Zusätzlich wird die Entwicklung der Investitionstätigkeit nach investierenden Wirtschaftsbereichen dargestellt. In der Makromodellierung werden die Aggregate mit der Einkommensentwicklung und dem Konsum der Privaten Haushalte verknüpft. Innerhalb des Strukturblocks gehen als Erklärende sowohl länderspezifische Makrovariablen sowie die entsprechenden sektoralen Strukturvariablen des gesamtwirtschaftlichen Modells INFORGE ein. Die Variablen des Makroblocks ergeben sich entweder definitorisch oder werden unter Verwendung von Variablen des Strukturblocks sowie im gesamtwirtschaftlichen Modell determinierten Variablen parametrisiert. Durch Berücksichtigung der regional sehr disparat verlaufenden Bevölkerungsprognose sind außerdem Effekte auf die Wirtschaftskreisläufe in den Bundesländern endogenisiert. Durch dieses Vorgehen erfolgt eine umfassende Abbildung regionaler Systemzusammenhänge im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Dabei garantieren Abstimmungsroutinen, dass die Summe der prognostizierten Werte des LÄNDER-Modells mit den Ergebnissen in INFORGE auf der Bundesebene übereinstimmt. Die derzeitige Version des Modells LÄNDER errechnet Prognosen und Szenarien bis zum Jahr 2030.

Datenbasis

Zentrale Datenbasis von LÄNDER sind die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder. Für jedes Bundesland liegen u.a. Zeitreihen für die Lohnsummen, die Bruttowertschöpfung und die Erwerbstätigen nach bis zu 20 Wirtschaftsbereichen vor. Ergänzt wird die Datengrundlagen durch Datensätze zur detaillierten Struktur der Beschäftigung (Bundesagentur für Arbeit) und demografischen und soziökonomischen Zeitreihen. Die Datenbasis reicht derzeit von 1991 bis zum Jahr 2010. Darüber hinaus werden im Bereich der demographischen Entwicklung Ergebnisse der Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes verwendet.

Anwendungen

Das Länder-Modell bietet die Möglichkeit, die Entwicklung der Bundesländer vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie unterschiedlicher Simulationsszenarien zu analysieren. Dabei kann auch auf landesspezifische zusätzliche Informationen eingegangen werden. Auch die sektorale Gliederung kann je nach Aufgabenstellung vertieft werden.

Wirtschaftsbereiche

Für jedes Bundesland enthält das Modell Information über die Entwicklung folgender Wirtschaftsbereiche:

  1. Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei
  2. Energie- und Wasserversorgung sowie Bergbau (3 Teilbereiche)
  3. Verarbeitendes Gewerbe
  4. Baugewerbe
  5. Handel
  6. Verkehr und Lagerei
  7. Gastgewerbe
  8. Information und Kommunikation
  9. Finanz- und Versicherungsdienstleister
  10. Grundstücks- und Wohnungswesen
  11. Unternehmensdienstleister (2 Teilbereiche)
  12. Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (3 Teilbereiche)
  13. Kunst, Unterhaltung und Erholung; Sonstige Dienstleister, Private Haushalte mit Hauspersonal (3 Teilbereiche)

Variablen

Für die folgenden Größen werden für alle 16 Bundesländer getrennt nach den 11 Wirtschaftsbereichen Prognosen errechnet:

  • Anzahl der Erwerbstätigen
  • Anzahl der Beschäftigten
  • Jahreslohnsummen
  • Produktivitäten
  • Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen


 
       
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